Für Träume muss man kämpfen
Am 25.Juli 2009 erschien in den Nordbayerischen Nachrichten ein Interview mit eineigen Schülern der 10.Klassen zum Thema:"Beruf".
Für Träume muss man kämpfen
Absolventen der Christian-Sammet-Schule sehen ihre Zukunft optimistisch
Wirtschaftskrise, Automobilkrise, Arbeitsmarktkrise. Gerade für die jüngere Generation wird es immer schwieriger. Wie gut stehen im Moment die Chancen von Hauptschülern, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen? Wir haben uns unter den Absolventen der M10-Klasse der Christian-Sammet–Schule in Pegnitz umgehört.
PEGNITZ - Diana Brendel ist ein Glückspilz: Sie hat ihren Ausbildungsvertrag bereits in der Tasche. Ab September wird sie eine Lehre als Kauffrau für Bürokommunikation bei der Stadt Pegnitz beginnen. Als sie die gute Nachricht hörte, hat sie erstmal einen Sekt mit ihrer Mutter geköpft, berichtet die 16-Jährige grinsend. Insgesamt hat sie vielleicht 35 Bewerbungen verschicken müssen. Auch als Bankkauffrau habe sie sich beworben, erzählt die junge Frau. Sie sei auch zu einem Assessment-Center eingeladen worden (ein Auswahlverfahren, bei dem unter anderem auch die Stressresistenz geprüft wird), dann aber ziemlich unverschämt abserviert worden, findet Diana.
Überhaupt - auf viele von ihren Bewerbungen habe sie nicht mal eine Antwort erhalten. Und auch auf Nachfrage ihrerseits sei meist nichts weiter geschehen, empört sich die 16-Jährige. Zum Teil habe sie nicht einmal mehr ihre Bewerbungsunterlagen zurückbekommen. Weder Bewerbungsgespräche, Einstellungstests noch Assessment-Center haben sie vor eine unlösbare Aufgabe gestellt. Die Schule habe sie auf alles gut vorbereitet.
Patrick Horn (18) ist ganz ihrer Meinung: «Wir haben im Unterricht alles geübt, worauf es ankommt.» Von Bewerbungsgesprächen über Online-Bewerbungen bis hin zu besagten Assessment-Centern. Auch Patrick tritt im September eine Lehre zum Kaufmann für Bürokommunikation an. Er käme locker auf 50 Bewerbungen, sagt er. Am meisten hätte ihn die Stelle bei einem Music-Label in München gereizt. Aber vor der Ausbildung stand ein sechsmonatiges unbezahltes Praktikum. Und wie er das in München hätte machen sollen, weiß er nicht. Seinen Traum, später etwas im Bereich Medien zu machen, gibt er jedoch nicht auf.
«Jetzt ist erst mal die Lehre wichtig», sagt der 18-Jährige. «Dann möchte ich für ein Jahr ins Ausland!» Und dann heißt es Fachabitur oder Abitur nachholen. Denn beim Radio und Fernsehen hat man kaum Chancen ohne einen höherer Abschluss, hat Patrick festgestellt. Und da will er schließlich später mal hin.
Auch der 17-jährige Max Berner weiß ganz genau, was er will: Polizist werden. Den Einstellungstest hat er auch schon gemacht, nur geklappt hat es in diesem Jahr noch nicht. «Ich bin als 16-Jähriger gegen 25-Jährige angetreten», berichtet der junge Mann nicht ohne Stolz. Den Schnitt hat Max um nur 0,12 Punkte verpasst. Deswegen ist er sich auch sicher: Nach einer Ausbildung will er den Test wiederholen. Und dann wird er ihn schaffen.
Bis dahin wäre ihm eine Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit am liebsten. Für seinen Traum, Polizist zu werden kämpft er im wahrsten Sinne des Wortes: Max betreibt Kampfsport und Fitnesstraining. Mit seinen Bewerbungen muss er sich jetzt beeilen, bis September ist nicht mehr viel Zeit. Gleichzeitig will sich der 17-Jährige aber auch an der Fachoberschule (FOS) bewerben. Wenn er dort sein Fachabitur nachholen kann, umso besser.
Lydia Schaller (16) ist ein wenig flexibler als ihre ehemaligen Mitschüler: Sie hat sich gleich für mehrere Bereiche beworben, am liebsten wäre ihr jedoch eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Angestellten in einer Apotheke. Aber auch eine Tätigkeit im Büro kann sie sich sehr gut vorstellen. Über 20 Bewerbungen hat sie schon geschrieben, von vielen hat sie noch nicht einmal eine Rückmeldung. Aber wie bei allen anderen lautet ihr Motto: «Nur nicht aufgeben!»
Dass es schwieriger geworden ist, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, haben die vier gemerkt: «Ich hatte mich bei einer Firma beworben, die acht Ausbildungsplätze anbot», erzählt Patrick. «Als Antwort bekam ich dann, dass sie in diesem Jahr wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage überhaupt nicht ausbilden.»
Dennoch, von 46 Schülern der M10-Klassen haben nur sechs noch keine Ausbildungsstelle, berichtet Helmut Graf, Rektor der Christian-Sammet-Schule. Bei den Regelklassen sehe es da schon ein wenig anders aus, genaue Zahlen habe er aber noch nicht, so Graf. Diana, Patrick, Max und Lydia glauben, dass auch die Regelschüler eine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Sie müssen nur fleißig sein und etwas leisten. Denn Leistung wird nach wie vor belohnt, da sind sich die vier sicher. ARIANE MAIER
Bei passenden Ausbildungsplatzangeboten für Max Berner oder Lydia Schaller stellt die Redaktion gerne den Kontakt her.






